Aus gut unterrichteten Kreisen, wurde mir heute früh zugetragen, dass einige deutsche Einzelhandelsketten nicht nur den Verkaufsbereich sowie die Pausenräume ihrer Filialen mit Kameras überwacht haben sollen, sondern auch vielmehr deren sanitäre Einrichtungen. Nach ersten Stellungnahmen der betroffenen Unternehmen handelt es sich nur um insgesamt 1200 Einzelfälle, die den betrieblichen Arbeitsablauf in den einzelnen Niederlassungen in keinster Weise beeinträchtigten. Diese einzeln gelagerten Aktionen dienten außerdem mehr dem Schutz und nicht der Bespitzelung der Mitarbeiter, sowie einer internen Marktforschung, welche Toilettenartikel bevorzugt würden. Im Zuge dieser Studie konnten benannte Einkäufe noch gezielter erledigt werden, was sich in Zukunft positv auf das Preisniveau bestimmter Toilettenartikel auswirken wird.
DIe Vorstandsvorsitzenden der Ketten „Engelmann“ (Herr Dr. Johannes Herzlich), „BISBALDI“ (Herr Feuerpfeil) und dem hoch angesehenen Unternehmen „Schneedeka“ (Herr Prof. Dr. Dr. Wallersleben) haben mir zu dieser Stunde ein Exklusivinterwiew zugesagt. Ich habe natürlich gleich zugesagt, bevor Anne Will und ihres Gleichen mir mal wieder den Schneid abkaufen. Das Gespräch habe ich aus Zeit und Kostengründen mit allen dreien gleichzeitig geführt. So entsteht auch der Charakter einer Diskusionsrunde.
Ich: Herr Dr. Herzlich Denken sie nicht, dass eine Überwachung Ihrer Mitarbeiter in einem so intimen Bereich nicht die Persönlichkeitsrechte ihrer Belegschaft verletzt?
Herzlich: Das kann man ja wirklich nicht so sagen. Überwachung. Was heist denn das überhaubt. Wer wird denn heute nicht überwacht? Sei es die Ehefrau, die einen Abend für Abend mit den gleichen Fragen nervt, wo warst du heute. Wo bleiben denn da meine persönlichen Rechte.
Feuerpfeil: ( heftig nickend) Jenau!
Wallersleben: Olso i konn mir net vorstelln, dos i mayne Rechte valühr, i bin jo schließlich auch ao Mietorbeiter.
Ich: Ich glaube ich habe diese Frage wohl nicht ganz verständlich gestellt. Haben sie denn gar kein schlechtes Gewissen, bei dem was sie sich da herausgenommen haben?
Herzlich: Wie Gewissen, was ist das überhaupt? Neulich habe ich in der Nacht auf der Autobahn einen Fuchs überfahren, muss ich deshalb ein schlechtes Gewissen haben?
Feuerpfeil: (leicht erregt), Also ick hab ma noch nie watt rausjenommen, weder aus de Rejale noch aus de Lajerbestände. Da könnse allet nachprüfen nischt aber auch ja nischt war uff die Videos zu sehen!
Wallersleben: Zie müassen dös olles net zo dromotisch sehin, dös dient dooch olles dem Schuutz unnara Mietorbayteriennen. Die ham doch a a Recht auf die Auffkläärrung bei der sexuellen Beleystigung om Orweitsplotz un so.
Alle in dieser Runde sind ziemlich aufgebracht, und ich bestelle ihnen zur Beruhigung ein Erfrischungsgetränkund ein paar Häppchen. Ich selber stelle mir die Frage, ob ich das Interwiew nicht anders hätte beginnen sollen. So entschließe ich mich ihnen ein anonymes Interwiew mit einer anonymen Mitarbeiterin zu zeigen. dies soll helfen die Situation etwas aufzulockern. Sie heisst Marita Müller (der Nahme ist natürlich verändert, das Gesicht verfälscht und auch die Stimme)
Marita: Ich habe ja schon immer geahnt, dass bei uns irgendetwas nicht stimmt. Die oft kommenden Heizungsmonteure die mal wieder hier mal da ein Leck ausbessern wollten. Bedient haben die sich doch immer bei der Coca cola oder beim Bier. Wenn wir was sagten haben sie ganz einfach mit ihrer übergroßen Rohrzange gewedelt und gesagt „Lass man Mädel did bemerkt sowieso kein Schwein“. Als ich dann noch den Witrschaftsminister Glos bei uns einkaufen gesehen habe, obwohl der noch am Sonntag bei Annita Will beteuerte er geht nicht bei uns einkaufen und seine Aufgabe sei es nicht die einzelnen Unternehmen zu prüfen, wurde ich schon skeptischer. Auf dem Klo habe ich es schließlich gemerkt, dieses immer fortfahrende Knacken im Spülkasten. Aber ich hab mir noch nichts dabei gedacht.
Danach führe ich das Gespräch fort.
Ich:Herr Herzlich Was können sie mir zu diesen ihnen eben gezeigeten Bildern sagen?
Wallersleben: Jo momentamol vielaycht konn i a mol zuereherst antworta.
Ich: Ich habe aber zuerst den Herrn Herzlich gefragt, aber bitte. Dann aber Der Herr Herzlich !
Wallersleben: I woas fei net wer dös is, ower bei mir wär die schon längst heraussen.
Herzlich: Bei mir allerdings auch, so dankt einem diese Brut noch unsere Führsorge.
Ich: Ich bitte sie meine Herren bleiben sie doch mal auf dem Teppich!
Feuerpfeil: Jetzt willick ihn ma wat sajen! Wia ham de Nase voll von ihre Antschuldijungen, wia machn did nich mehr mit. Tschüss, Ahoi.
Oh, Oh, Oh das ist na nun kräftig in die Hose gegangen. Ich bin ja auch noch ein Anfänger, da musste ich doch darauf eingstellt sein von so klugen, welterfahrenden Leuten übers Knie gelegt zu werden. Ich werde mich bemühen das nächste Mal es besser zu machen.